Ich nehme es immer deutlicher wahr, wenn die Denkweise von Wissenschaftlichkeit irgendwo auftaucht. Dieses zwangsweise objektiv und neutral sein wollen. Es hat überhaupt keinen Wert. Wert hat nur tatsächlich stattgefundene innere Entwicklung, tatsächlich gemachte Erfahrung. Wahrheit gibt es nur bezogen auf konkrete Menschen, die sie subjektiv erfahren. Es gibt keine Objektivität. Es macht keinen Sinn, ein völlig leerer Begriff. Denn es gibt nichts und niemanden, auf den sich Objektivität beziehen könnte:
Nehmen wir einmal an, viele Individuen würden die gleichen subjektiven Erfahrungen berichten und man würde sagen "Ahe, dann ist das also wahr!"
Soweit ist das OK; denn Subjektivität und Objektivität bilden hier keinen Widerspruch.
Nun macht aber ein Jemand eine dem widersprechende andere Erfahrung.
Und nun kommt der Scheideweg:
Objektivität verbietet ihm diese Erfahrung und sagt: "Du mußt Dich irren, die Wahrheit ist anders, so wie wir es sehen." Derjenige muß sich dann nach ihnen richten. Er hat sich geirrt, er liegt neben der Wahrheit und das darf nicht sein.
Subjektivität achtet absolut das individuelle Wahrheitsempfinden und weiß, daß es die "objektive Wahrheit", der sich subjektive Wahrheit unterordnen müßte, gar nicht gibt.
Subjektivität weiß, daß es Wahrheit immer nur auf einen einzelnes Individuum geben kann.
Die Objektivisten würden sagen, "Wenn aber das die Wahrheit ist, dann kann dieser besagte Einzelne nicht eine andere Erfahrung machen" Und genau das ist der Irrtum, der die eigentliche Natur der Realität vollkommen mißversteht.
Wissenschaftlichkeit, Neutralität und diese gestelzte Form von Exaktheit sind einfach nur völlig leere und wertlose Ergüsse eines Individuums, das selbst nicht den geringsten Nutzen davon hat.
Die Frage ist ja auch, warum ist es den Objektivisten so wichtig, daß sie die Wahrheit gepachtet haben? Der, der seine Wahrheit kennt, hat die absolute Gelassenheit, die Welt so zu lassen wie sie ist und wenn sie geschlossen eine andere Wahrheit annehmen würde - es interessiert ihn nicht. Die Objektivisten sind nur deshalb so versessen, weil sie wissen, daß ihre Theorie ohne Lebensbezug auf so wackligen Füßen steht, daß sie zusammenfällt, sobald mal einer, der Wahrheit als etwas kennt, daß aus echtem Leben entsteht, mal kräftig daran rüttelt. |